Geschichte des Gebäudes

Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Meran als Kurstadt einen Höhepunkt.
1897 wurde der heutige Sitz der Landeshotelfachschule Kaiserhof unter dem klangvollen Namen „Grandhotel Kaiserhof“ eröffnet.
Der im neoklassizistischen Stil erbaute Gebäudekomplex, der nach den europäischen Vorstellungen der k. u k. Palastarchitekturen in Bad Gastein, Marienbad oder Karlsbad erfolgte, umfasst verschiedene Stockwerke: Tiefparterre, Hochparterre, drei Geschosse, davon eine Bell'Etage und ein Dachgeschoss. Der palastartige Bau besteht aus einem Mittelteil und zwei Gebäudeflügeln, die sich zur Garten- und Parkanlage hin öffnen. Die reichhaltigen baulichen Dekorationen und die Fassadengestaltung nach dem Muster von Schloss Schönbrunn waren typisch für die damalige Zeit. Das Hauptportal, der Stiegenaufgang, der Giebelbau und die großzügige Parkanlage zeugen heute noch vom Renommee des ehemaligen Hotels.
Die Fassadenansicht, die sich dem Fußgänger von der ehemaligen Habsburgerstraße aus (heutige Freiheitsstraße) bietet, weist insbesondere im Mittelteil und an den Eckrisaliten Charakteristika eines Barockpalastes auf. Zentrales Motiv ist dabei der vorspringende Turmerker über dem Eingangsportal, der sich vom gigantischen Hermenträger im Hochparterre über drei Stockwerke bis zum Dachbereich zieht.
Das Treppenhaus blieb bis heute nahezu unverändert. Besondere Akzente bildet das schmiedeeiserne Treppengeländer, das sich mit kunstvollen Details vom Hochparterre bis in den vierten Stock schlängelt.
In der touristischen Glanzzeit zur Jahrhundertwende haben erlauchte Gäste hier Erholung gesucht. Die prominenteste Persönlichkeit unter ihnen war „Sisi“, die Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, die vom 14. bis 27. September 1897 anlässlich einer Traubenkur im Kaiserhof residiert hat. Für die Kaiserin wurde damals ein eigener, mit Teppichen verschalter Aufgang über die Treppe gelegt, damit sie, unbeachtet und unbelästigt seitens der Hotelgäste, ein- und ausgehen konnte.
Im Hochparterre findet man heute noch eine Marmortafel, die an ihren Besuch erinnert.
Nach einer vorübergehenden Nutzung der Hotelanlage durch das Militär in der Kriegszeit wurde das Haus 1921 in Hotel „Excelsior“ umbenannt und wechselte später mehrmals den Besitzer.
1974 wurde die Hotelanlage in desolatem Zustand von der Autonomen Provinz Bozen gekauft und großzügig und epochengetreu saniert.
Seit dem Schuljahr 1975/76 ist unsere Schule hier untergebracht und trägt seither den Namen Landeshotelfachschule Kaiserhof.




