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Landeshotelfachschule Kaiserhof

50 Jahre Kaiserhof Meran

21.04.2026 | News

Zwischen Tradition, Gemeinschaft und Zukunftsvision

Mit einem vielschichtigen und emotionalen Festprogramm haben wir am 21. April den Auftakt zu unserem 50-jährigen Bestehen gefeiert. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft – darunter Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie Vertreterinnen und Vertreter der Südtiroler Landesregierung – wurde die Landeshotelfachschule Kaiserhof als tragende Säule der touristischen Ausbildung in Südtirol eindrucksvoll gewürdigt.

Bereits der Mittwoch, 22. April 2026, machte deutlich, dass der Kaiserhof weit mehr ist als eine Ausbildungsstätte. Unser Alumniclub stand im Mittelpunkt des Tages und zeigte die außergewöhnlich enge Bindung zwischen Schule und Absolventinnen und Absolventen. Ehemalige und aktive Mitglieder unserer Schulgemeinschaft kamen zu einem Festakt zusammen, der ganz im Zeichen von Begegnung, Erinnerung und Kontinuität stand.

Nach einem herzlichen Empfang wurde unsere Terrasse zu einem lebendigen Ort des Wiedersehens. Lehrpersonen, Ehrengäste und Alumni nutzten den Aperitif, um Erinnerungen auszutauschen und persönliche wie berufliche Erfahrungen zu teilen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Sibylle Siller, Carolin Heinisch und Juliane Telser, die dem Auftakt eine feierlich-leichte Atmosphäre verliehen.

Im Speisesaal eröffnete Direktor Hartwig Gerstgrasser den offiziellen Teil der Veranstaltung. In seiner Ansprache spannte er einen eindrucksvollen Bogen über fünf Jahrzehnte Schulgeschichte und hob hervor, was den Kaiserhof auszeichnet: Bei uns erwirbt man drei Abschlüsse – Matura, Service und Küche. Damit unterstrich er die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, die unser Ausbildungsmodell seit jeher prägt. Mit einem Zitat seines Vorgängers Erik Platzer – „Der Kaiserhof ist ein Ort, in dem man Haltung lernt“ – brachte er die Werteorientierung unserer Schule auf den Punkt. Zugleich dankte er Lehrpersonen, Partnerbetrieben und Institutionen und betonte: Der Kaiserhof endet nicht mit dem Schulabschluss – unsere Gemeinschaft besteht weiter.

Diesen Gedanken griff Norma Niederfriniger, Initiatorin unseres Alumniclubs, auf und würdigte die besondere Bedeutung des Zusammenhalts. Nach der Vorstellung des Tagesprogramms übergab sie an Moderatorin Evelyn Unterfrauner (Matura 2013), die souverän durch den Nachmittag führte. Als professionelle Rednerin und Unternehmerin gewährte sie persönliche Einblicke in ihren Werdegang – von der literaturbegeisterten Schülerin zur CEO der Münchner Marketingagentur NONSTOP CREATING – und hob die prägende Rolle ihrer Lehrpersonen hervor.

Für besonders emotionale Momente sorgte die Anwesenheit des gesamten Maturajahrgangs 1975 sowie eines eigens aus den USA angereisten Absolventen. Diese generationenübergreifende Verbundenheit fand ihren künstlerischen Ausdruck in einem musikalischen Ensemble unter der Leitung von Gabriele Visintin. Gemeinsam mit Sibylle Siller, Carolin Heinisch und Juliane Telser standen Georg Geier, Mara Demetz und Niklas Volgger am Schlagzeug auf der Bühne. In allen vier Unterrichtssprachen unserer Schule entstand ein musikalischer Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Mit Eva Pföstl folgte eine weitere prägende Stimme des Nachmittags. Sie bezeichnete den Kaiserhof als „Schule des Menschseins“ und stellte Werte wie Würde, Respekt und Gleichrangigkeit in den Mittelpunkt. Gastfreundschaft, so ihre Botschaft, kennt keine Hierarchie – Sprache sei eine Brücke und zugleich Verantwortung.

Für humorvolle Auflockerung sorgte Lukas Lobis, der mit pointierten und selbstironischen Erinnerungen an seine Schulzeit für viele Lacher sorgte und dem Fest eine heitere Note verlieh.

Im Anschluss verlagerte sich das Geschehen erneut auf unsere Terrasse. Küche und Service stellten dort eindrucksvoll ihre Qualität unter Beweis und schufen mit feinen Köstlichkeiten und aufmerksamem Service genussvolle Momente, die unsere praxisnahe Ausbildung lebendig werden ließen.

Ein kreativer Höhepunkt war die Präsentation des eigens entwickelten „Kaiserhofeises“. Unsere Schülerinnen und Schüler verbanden dabei Innovationsgeist mit handwerklichem Können. Die symbolische Erstverkostung durch zwei Absolventinnen aus unterschiedlichen Generationen machte die gelebte Kontinuität unserer Schulgemeinschaft besonders spürbar.

Im Rahmen der Feierlichkeiten ehrten wir auch Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um Gastronomie und Schule verdient gemacht haben. Nach den Dankesworten des Direktors – insbesondere an Norma Niederfriniger und ihr Team – nahm Vizedirektor Andreas Erlacher die Ehrungen vor. Zum „Kaiser of the Year“ wurde Klaus Berger, Gastwirt aus Bozen und Präsident des HGV, gekürt. Gemeinsam mit den ehemaligen „Kaiserinnen“ Inge Zwick und Barbara Theiner würdigten wir sein Engagement für eine qualitätsvolle Gastronomie.

Erstmals zeichneten wir zudem einen aktuellen Schüler aus: Elias Erlacher erhielt den Titel „Rookie of the Year“. Seine Haltung, Verlässlichkeit und Professionalität stehen exemplarisch für die Werte unseres Hauses. Überreicht wurde die Auszeichnung von David Peintner, dem ersten Träger dieses Titels im Jahr 2024.

Den feierlichen Abschluss bildete die Enthüllung unserer „Wall of Fame“, die das Wirken zahlreicher Persönlichkeiten sichtbar macht und das kollektive Gedächtnis des Kaiserhofs stärkt. Am Ausgang erhielten unsere Gäste zudem ein Präsent mit Informationen zum Verein „Helfen ohne Grenzen“, vertreten durch Erich Dapunt und Axel Senftleben – unterstützt auch von Marc Pfeifhofer, selbst Absolvent des Kaiserhofs.

Der Blick in die Zukunft war ein zentraler Bestandteil unseres Jubiläums. Landeshauptmann Arno Kompatscher würdigte in seiner Ansprache unsere Schule als prägende Bildungsinstitution für Meran und ganz Südtirol und hob besonders die Verbindung von fachlicher Exzellenz und sozialer Kompetenz hervor. Gleichzeitig kündigte er eine umfassende Sanierung des Schulgebäudes mit geplantem Baubeginn im Frühjahr 2028 an.

Direktor Gerstgrasser stellte seine Abschlussrede unter das Motto „Innovation aus Tradition“. In einem prägnanten Countdown fasste er unsere Identität zusammen: fünf Jahrzehnte gelebte Bildung, vier Sprachen als Schlüssel zur Welt, drei Abschlüsse und die konsequente Verknüpfung von Theorie und Praxis. Offen sprach er auch Herausforderungen an – von der notwendigen Generalsanierung bis zur Weiterentwicklung der Höheren Hotelfachschule als wichtiges Bildungsangebot auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger.

Direktorstellvertreter Andreas Erlacher ergänzte das Jubiläum mit einem Rückblick auf die baulichen und historischen Meilensteine unseres Schulgebäudes.

Den Schlusspunkt der Jubiläumswoche bildete am Freitag, 24. April, die Präsentation der Maturaprojekte im Fach Eventmanagement. Die Arbeiten zeigten eindrucksvoll die kreative und inhaltliche Vielfalt unserer Ausbildung – von innovativen kulinarischen Konzepten über nachhaltige Produktideen bis hin zu touristischen, kulturellen und digitalen Erlebnisformaten. Im Mittelpunkt standen regionale Identität, zeitgemäße Genusskultur sowie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Innovation.

Unser 50-jähriges Jubiläum hat damit eindrucksvoll gezeigt: Der Kaiserhof ist eine traditionsreiche Ausbildungsstätte und zugleich ein lebendiger Ort der Begegnung, der Persönlichkeitsbildung und der Innovation. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft greifen bei uns ineinander – getragen von einer Gemeinschaft, die weit über die Schulzeit hinaus Bestand hat.

Claudio Calabrese